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Zahnimplantat Schmerzen

Zahnimplantat Schmerzen

Dr. Johannes Beiter
27
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02
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2026

Zahnimplantat Schmerzen: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Du hast Dich für ein Zahnimplantat entschieden, der Eingriff ist geschafft – doch dann treten plötzlich Schmerzen auf. Gerade in den ersten Tagen nach der Implantatversorgung sind diese ganz normal und hängen mit der Wundheilung zusammen. Trotzdem können sie verunsichern und die Frage aufwerfen, ob alles normal verläuft oder ob Anlass zur Sorge besteht. 

In diesem Beitrag klären wir auf, welche Schmerzen nach einem Zahnimplantat normal sind, wann sie abklingen und in welchen Fällen eine weitere Behandlung erforderlich ist. 

Zahnimplantat & Schmerzen: Alles Wissenswerte auf einen Blick 

  • Schmerzen nach einem Zahnimplantat sind in den ersten Tagen normal und Teil des Heilungsprozesses
  • Typisch sind Wundschmerzen, Druckgefühl oder leichte Schwellungen, die täglich abnehmen sollten
  • Stärker werdende oder anhaltende Schmerzen sind kein Normalzustand und müssen abgeklärt werden
  • Entzündungen wie eine Periimplantitis können auch erst verzögert Beschwerden verursachen
  • Kühlung, Schonung und sorgfältige Mundhygiene unterstützen die Heilung.

Woher kommen Schmerzen nach einem Zahnimplantat? 

Frau mit geöffnetem Mund und Symbolbilder für verschiedene Ursachen von Implantatschmerzen

Bei einer Implantation handelt es sich um einen operativen Eingriff: Das Zahnfleisch wird dabei geöffnet und der darunterliegende Kieferknochen chirurgisch bearbeitet. Der Körper reagiert darauf ähnlich wie nach anderen chirurigischen Maßnahmen. Der behandelte Bereich ist sehr empfindlich und kann daher typische Begleiterscheinungen entwickeln, die entweder Teil des natürlichen Heilungsprozesses sind oder auch auf Heilungsstörungen hindeuten. 

Direkte Schmerzen nach dem Eingriff 

Beim Einsetzen des Implantates wird im Mund Schleimhaut eröffnet, Gewebe gelöst und das Zahnimplantat in den bearbeitetn Bereich des Knochens eingesetzt. Sobald die lokale Betäubung nachlässt, reagiert der Körper auf diese Verletzung mit einer Entzündungsreaktion, die sich als Wundschmerz, Druck- oder Spannungsgefühl äußern kann. Diese Schmerzen sind in den ersten ein bis drei Tagen nach dem Eingriff normal und Teil des natürlichen Heilungsprozesses. In der Regel nehmen sie täglich ab und lassen sich mit üblichen Schmerzmitteln gut behandeln. Spätestens nach einer Woche sollten die Beschwerden deutlich zurückgegangen sein. 

Schmerzen durch eine Periimplantitis

Treten nach einem Zahnimplantat über längere Zeit Schmerzen auf, dann kann dies auf eine Komplikation wie eine Periimplantitis hindeuten. Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Gewebes rund um das Implantat, bei der sowohl die Schleimhaut als auch der Kieferknochen betroffen sein können. Die Erkrankung ähnelt in ihrem Verlauf einer Parodontitis und kann unbehandelt dazu führen, dass sich der Knochen zurückbildet und das Implantat seinen Halt verliert. 

Der Auslöser für eine solche Komplikation sind meistens bakterielle Beläge, die sich – wie bei natürlichen Zähnen – auch auf Implantaten ansammeln. Faktoren wie Rauchen, Stress, hormonelle Veränderungen oder Erkrankungen wie Diabetes können das Risiko zusätzlich erhöhen. Das größte Risiko ist mangelhafte Hygiene, um das Zahnimplantat.

Gerade im Anfangsstadium verläuft eine Periimplantitis häufig schmerzfrei, weshalb sie oft spät erkannt wird. Mögliche Anzeichen sind:

  • gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch
  • Berührungsempfindlichkeit im Implantatbereich
  • Mundgeruch oder unangenehmer Geschmack


Solltest Du diese Symptome bei Dir bemerken, dann vereinbare schnellstmöglich einen Termin in unserer Praxis. 

Wie machen sich Probleme bei der Einheilung bemerkbar?

In einigen Fällen hängen Zahnimplantat-Schmerzen auch mit der Einheilung zusammen. Typisch dafür ist, dass die Schmerzen nach einer anfänglichen Besserung erneut auftreten oder mit der Zeit stärker werden. Auch ein anhaltendes Druckgefühl oder das Gefühl, dass das Implantat „nicht richtig sitzt“, kann ein Hinweis sein.

Weitere mögliche Anzeichen sind eine länger bestehende Schwellung, eine verzögerte Wundheilung oder eine erhöhte Empfindlichkeit des Implantats beim Kauen. In manchen Fällen kommt es zusätzlich zu Rötungen des Zahnfleischs oder zu einer leichten Beweglichkeit des Implantats.

Schmerzen durch eine Überlastung des Implantats

Schmerzen können auch entstehen, wenn ein Zahnimplantat zu früh oder zu stark belastet wird. Während der Einheilphase muss sich das Implantat fest mit dem Kieferknochen verbinden. Wird in dieser Zeit zu viel Druck ausgeübt, beispielsweise auch durch nächtliches Zähneknirschen, reagiert das umliegende Gewebe gereizt. 

Typisch für eine Überlastung sind Schmerzen beim Zubeißen, ein anhaltendes Druckgefühl oder eine zunehmende Empfindlichkeit im Implantatbereich. Um die Einheilung nicht zu gefährden, solltest Du solche Beschwerden frühzeitig zahnärztlich abklären lassen. 

Wie lassen sich Implantatschmerzen richtig behandeln? 

Wenn Du mit Beschwerden zu uns kommst, dann prüfen wir zunächst, ob der Heilungsverlauf optimal ist oder wir eine konkrete Ursache für die Schmerzen feststellen können. Dabei sehen wir uns auch das umliegende Zahnfleisch an und setzen, wenn nötig, bildgebende Verfahren ein. 

Abhängig von den festgestellten Problemen sind dann folgende Behandlungsschritte sinnvoll:

  • Bei leichteren Beschwerden oder beginnenden Entzündungen
    Wir reinigen das umliegende Gewebe und wenden antientzündliche Salben und desinfizierende Spüllösungen an.
  • Bei fortgeschritteneren Entzündungen
    In diesem Fall führen wir eine intensivere Reinigung der Implantatoberfläche durch, um bakterielle Beläge zu entfernen und den Zahnhalteapparat zu stärken.

Nur in sehr seltenen Fällen ist es erforderlich, das Implantat wieder zu entfernen, wenn es beispielsweise zu Lockerungen oder schweren Entzündungen gekommen ist. 

Tipp: Gute Mundhygiene schützt vor Schmerzen
Auch Implantate sind anfällig für bakterielle Beläge. Eine sorgfältige Mundhygiene und regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt helfen, Entzündungen zu vermeiden und dadurch Schmerzen langfristig vorzubeugen.

Was hilft gegen Schmerzen nach einem Zahnimplantat?

In den ersten Tagen nach dem Eingriff solltest Du Dich unbedingt an die Anweisungen Deines Zahnarztes halten. Wichtig sind eine konsequente Mundhygiene und eine Versorgung mit Vitamin D3 und K, um den Knochen bei der Einheilung zu unterstützen. Gegen die Schmerzen hilft ein Kühlakku an der Wange, das Du in ein dünnes Tuch wickelst. 

Ab wann sollte man mit einem schmerzenden Zahnimplantat zum Arzt? 

Spätestens dann, wenn die Schmerzen nach einigen Tagen nicht abklingen, stärker werden oder erneut auftreten, sollte sich ein Zahnarzt das Implantat ansehen. Auch deutliche Schwellungen, Rötungen, Fieber, Eiterbildung oder Schmerzen beim Kauen sind Warnsignale. Je früher Du die Ursachen abklären lässt, desto besser lassen sich Komplikationen vermeiden und das Implantat bleibt langfristig erhalten. 

So reagierst Du richtig bei Zahnimplantat-Schmerzen

Schmerzen nach einem Zahnimplantat verunsichern die meisten Menschen, sind in vielen Fällen jedoch Teil des normalen Heilungsprozesses. Wichtig ist, dass Du Dich nach dem Eingriff schonst und allen Anweisungen Deines Zahnarztes konsequent folgst, um den Heilungsprozess optimal zu fördern. Beobachte Dich gut: Werden die Beschwerden stärker oder kommen weitere Symptome hinzu, dann komm zu uns in die Praxis, damit wir frühzeitig darauf reagieren können. So schaffen wir gemeinsam die besten Voraussetzungen dafür, dass Du lange Freude an Deinem Zahnimplantat hast.

FAQ

Was wichtig zu wissen ist

Tut ein Zahnimplantat weh?

Während des Eingriffs selbst spürst Du dank örtlicher Betäubung in der Regel keine Schmerzen. Nach dem Einsetzen des Implantats können Wundschmerzen auftreten, sobald die Betäubung nachlässt, die aber innerhalb weniger Tage abklingen.

Woran merkt man, dass ein Zahnimplantat abgestoßen wird?

In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Abstoßung des Implantates kommen. Typische Symptome sind zunehmende Schmerzen, anhaltende Schwellungen und Rötungen im Implantatbereich. Darüber hinaus kann sich das Implantat lockern, Eiter bildet sich und Du spürst einen unangenehmen Geschmack im Mund.

Wie fühlt sich ein entzündetes Implantat an?

Hat sich eine Entzündung um das Implantat herum gebildet, spürst Du diese durch ein anhaltendes Druck- oder Schmerzgefühl, das nicht abklingt oder mit der Zeit stärker wird. Typisch sind außerdem Rötungen, Schwellungen oder eine erhöhte Empfindlichkeit des Zahnfleischs rund um das Implantat. In fortgeschrittenen Fällen können Mundgeruch, ein unangenehmer Geschmack oder Schmerzen beim Kauen auftreten.

Wie lange dauern Schmerzen nach einem Zahnimplantat an?

Leichte bis mäßige Schmerzen in den ersten Tagen halten etwa für zwei bis drei Tage an. In der Regel nehmen die Beschwerden innerhalb von zwei bis drei Tagen deutlich ab und sollten spätestens nach etwa einer Woche verschwunden sein. Halten die Schmerzen länger an, sollte eine zahnärztliche Abklärung erfolgen.

Welche Ursachen haben chronische Schmerzen nach einem Zahnimplantat?

Chronische Schmerzen können auf Entzündungen, Einheilungsstörungen oder eine dauerhafte Überlastung des Implantats hinweisen. Auch seltene Nervenirritationen sind möglich. In jedem Fall sollten anhaltende Beschwerden zahnärztlich abgeklärt werden.

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